• de

Reykjavík-FDI-Expads

Expats und Kapital rufen nach mehr Information 

Das Amt für Grundstücksmanagement und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Reykjavík zeichnet verantwortlich dafür, Reykjavík als wirtschaftlichen Standort zu fördern. Óli Örn Eiríksson, Chef der Wirtschaftsentwicklung für die Stadt Reykjavík, bezeichnet die ausländische Direktinvestition (FDI) als Herausforderung. Dazu gehörten auch Aufgaben rund um die sogenannten Expats.

oli orn Eiriksson_4Neben der Förderung Reykjavíks als Business-Standort befasst sich das Amt für Grundstücksmanagement und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Reykjavík auch mit der Unterstützung lokaler und internationaler Unternehmen, die eine Niederlassung oder Expandierung in Reykjavík in Betracht ziehen, um ihre Geschäftsziele besser verwirklichen zu können. Die Schaffung neuer Gewerbegebiete in Reykjavík ist Teil dieser Arbeit.
Der Neubau, Betrieb und die Instandhaltung von im Besitz der Stadt befindlichen Gebäuden und Strukturen gehören ebenso zum Verantwortungsbereich des Amtes wie sämtliche Angelegenheiten rund um Land, Grundstücke und Immobilien im Besitz der Stadt. Dazu zählen auch Mietvereinbarungen, Pachtverträge und die Kommunikation zwischen der isländischen Straßenverwaltung und anderen Beteiligten im Bezug auf Bauprojekte innerhalb der Hauptstadt.

Im Rahmen ihres Business Reportes “European Cities and Region of the Future 2014/2015” setzte fDi Intelligence, eine Unterabteilung der  Financial Times, Reykjavík im Jahr 2014 auf Platz zwei in ihrer Top 10 Liste der zehn besten nordeuropäischen Städte ausserhalb von Grossbritannien und Irland.
Die Liste stützt sich auf eine Datensammlung zu Gehältern, Bruttosozialprodukten, Infrastruktur, Bildung, Arbeitsbeschaffung und Inflation. Óli Örn Eiríksson, der Chef des Amtes für Wirtschaftsentwicklung der Stadt Reykjavík, bezeichnet diese Anerkennung als inspirierend für die Mitarbeiter seines Amtes. Es zeige, daß man sich auf einem richtigen Weg befände.
„Ausländische Investitionen in der Stadt Reykjavík sind in direkte und indirekte Investitionen unterteilt. Indirekte Investitionen fliessen in bereits bestehende Unternehmen. Das ist viel üblicher als das direkte Investment, wo ausländische Investoren mit eigenen geschäftlichen Aktivitäten beginnen. Ich glaube, die Rate liegt bei etwa 80 Prozent für indirekte ausländische Investition, im Vergleich zu 20 Prozent direkter Investition.“

laugavegur-naeturlysing-theEiriksson zufolge bedeutet das direkte Investment einen viel komplizierteren Prozess für ausländische Investoren als die indirekte Investition. „Direktes Investment benötigt die Intervention und Unterstützung der Regierung, um den Prozess zu erleichtern. Der Investitionsprozess muss in Island erst mal erklärt werden. Amerikanische Investoren etwa, die nach Island kommen, finden es schwierig, die Gesetze und Regularien rund um die Verpachtung von Land zu verstehen. Die kennen es üblicherweise so, daß man Land für wirtschaftliche Aktivitäten erwirbt. Hier in Island wird Land auf 50 Jahre verpachtet, was sich dann normalerweise automatisch verlängert, außer dringende planerische Gründe sprechen dagegen. Das muss den Investoren erklärt werden. Ausländische Investition benötigt Infomation und Unterstützung auf unterschiedlichen Gebieten.“

odinstorg-tillaga-3Expats
Ausländische Personen, die zeitweise und langfristig in einem Land leben, die jedoch nicht Staatsbürger des Landes sind, werden oft Expats genannt. Oft handelt es sich dabei um Experten oder Spezialisten, die nötig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu verbessern. Es sind genau diese Personen, denen Städte oder Regionen normalerweise einen Aufenthalt schmackhaft machen möchten. Expats bleiben oft für drei bis fünf Jahre in einem Land und benötigen daher einen bestimmten Service. Óli Örn Eiriksson sagt, einer neuen Umfrage zufolge würden isländische Exportunternehmen in den kommenden Jahren mehrere hundert zusätzliche Spezialisten benötigen, und daß ein Drittel davon ausländische Expats sein müssten.

„Wir vom  Amt für Grundstücksmanagement und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Reykjavík haben in Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten die Lage in Bezug darauf analysiert. Wir arbeiten hier auch mit dem Parlament Althingi zusammen, welches ein neues Einwanderungsgesetz vorbereitet. Wir fordern ein legales Rahmenwerk für ausländische Experten oder Spezalisten, welches wie in den nordischen Nachbarländern aufgebaut sein soll. Wir hoffen dabei auf vereinfachte Aufenthaltsgenehmigungen und steuerliche Anreize, damit der Wirtschaftssektor wettbewerbswirksamer werden kann. Die Bedingungen für Expats sind weltweit ein grosses Thema geworden. Auch in Island.“