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Foto: Dagmar Trodler

Foto: Dagmar Trodler

 

Ein Heidentempel soll im kommenden Jahr auf dem Reykjavíker Stadthügel Öskjuhlíð erreichtet werden – knapp eintausend Jahre nach seinem Vorgänger, der im Zuge der Christianisierung im Jahr 1000 abgerissen worden war. Erste Bauarbeiten sind für März vorgesehen, im Spätsommer 2016 soll das Bauwerk fertig sein, berichtet mbl.is.

Ursprünglich wollte die heidnische Gemeinde den Tempel im Elliðaádalur errichten, doch dann kam die vormalige Reykjavíker Stadtverwaltung auf die Idee, den Öskjuhlíðhügel als Standort zu wählen, weil dort eine Zusammenarbeit mit der Universität lebendiger gestaltet werden könne. Das Projekt soll 130 Mio. ISK kosten, für die die isländische Heidengemeinschaft lange Jahre Geld gespart hat. Eine staatliche Unterstützung ist bislang nicht vorgesehen.

Das Gebäude soll in einem Hain zwischen Hangaklett und Hrafnabjörg entstehen und ist eine Architektenarbeit von Magnús Jensson. Es soll den Gang der Sonne widerspiegeln und die in der Heidengemeinschaft heilligen Ziffern 9 und 432000 enthalten. Mit seinen 350 Quadratmetern soll das zum Teil in die Erde gegrabene Gebäude 250 Menschen Platz bieten und sich durch die runde Form auch gut für Konzerte und für soziale Veranstaltungen wie Hochzeiten etc. eignen.

Der Heidengemeinschaft Islands gehören 2400 Mitglieder an, und ihre Zahl wächst ständig. Das geistliche Oberhaupt der Gemeinschaft, der Gode Hilmar Örn Hilmarssoon, ist auch als Musiker bekannt, unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit dem isländischen Rímursänger Steindor Andersen.