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Island hat sein eigenes Seeungeheuer.

In den isländischen Volkssagen wird von einer Schlange berichtet, die zu einem Ungeheuer angewachsen war, nachdem ein junges Mädchen seinen goldenen Fingerring unter der Schlange versteckt hatte. Weder gelang es, die Riesenschlange zu bändigen, noch sich des Goldes zu bemächtigen. Viele liessen der Sage nach ihr Leben auf dem See, andere hielten die Geschichte für Unsinn. Ein Priester, dem es gelang, unbehelligt über den See zu rudern, bezeugte, dass es kein Ungeheuer im Lagafljót gebe.

Im Februar 2012 nun war es dem Bauern Hjörtur Kjerúlf auf Hrafnkelsstöðum im Fljótsdalsheráð gegeben, ein ausgesprochen merkwürdiges Phänomen im ostisländischen See Lagarfljót zu filmen:

Das Video schwamm sprichwörtlich um die Welt, und im Folgejahr wurde ein “Wahrheitskomitee” gebildet, um herauszufinden, ob das gefilmte  Seeungeheuer wirklich existiert. Im Frühjahr diesen Jahres kam das Komitee schliesslich zu einem positiven Ergebnis: das Monster vom Lagafljót lebt!

Am vergangenen Wochenende hat nun das Wahrheitskomitee des Bezirks Fljótsdalur Hjörtur Kjerúlf einen Preis von einer halben Million ISK (3200 Euro) überreicht, berichtet austurfrett.is

Was nur wenige wissen: Hjörtur war es im März gelungen, ein weiteres Video des Ungeheuers zu drehen. Das Video finden Sie im link unter dem isländischen Text.

Anlässlich der Preisübergabe sagte Hjörtur, er habe ja gehofft, der Saga-Wurm sei viel grösser als in seinem Filmchen. Zumindest in den Erzählungen habe er von Dorf zu Dorf an Grösse gewonnen. Es sei jedoch durchaus möglich, dass er nur Spermien des legendären Saga-Wurms gefilmt habe.

Der Bauer aus dem Fljótsdalur hat seit dem Erfolgszug seines Videos vielen Reportern Rede und Antwort gestanden. Einmal habe ihn sogar ein Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes FBI gefragt, was er sich eigentlich morgens in den Kaffee mische. Hjörtur grinst: “Ich hab ihm gesagt, es sei kein LSD, und selbst wenn es sowas wäre, hätte das keinen Einfluss auf die Kamera.”

Ja, und früher habe man ihn im Ort immer mit “Grüss dich Hjörtur!” gegrüsst. Heute hingegen müsse er sich anhören “Ja du bist’s, verdammter Wurm!”